Testament erstellen:
So verfassen Sie Ihren letzten Willen richtig

In Deutschland wird immer mehr Vermögen vererbt. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung soll es sich jährlich auf bis zu 400 Milliarden Euro belaufen. Doch nur 30 Prozent der Erblasser machen überhaupt ein Testament, um selbst darüber zu bestimmen, wie sie ihren Nachlass regeln. Von den tatsächlich erstellten Testamenten sind schätzungsweise 80 Prozent rechtlich nicht wirksam. Um sicherzugehen, dass Ihr letzter Wille Gehör findet und durchgesetzt wird, ist es deshalb wichtig, ein Testament richtig zu erstellen bzw. zu errichten, wie es in der Fachsprache heißt. Ihr Anwalt für Erbrecht in Berlin kennt alle Erfordernisse und Fallstricke und unterstützt Sie beim Testament verfassen. Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin.

Ehegatten und Kinder zuerst? Die Erbfolge selbst bestimmen

Die Errichtung eines Testaments ist vor allem dann wichtig, wenn Sie die Erbfolge selbst bestimmen und eventuell nicht nur Ihre Familie bei Ihrem Vermächtnis bedenken und als Erben einsetzen wollen. Denn ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge, bei der Ehe-Partner und Kinder an erster Stelle stehen. Nicht verheiratete Lebenspartner oder Dritte hingegen haben kein Anrecht aufs Erbe. Ein rechtssicheres Testament zu erstellen, ist deshalb die beste Vorsorge, um Streit zu vermeiden.

Testament verfassen: Die Möglichkeiten

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Testament wirksam zu errichten und den Nachlass zu regeln. Neben dem gemeinschaftlichen gibt es das öffentliche sowie das hand- oder privatschriftliche Testament. Letzteres ist wohl das am weitesten verbreitete, mit dem zukünftige Erblasser ihr Erbe bestimmen. Es ist in jedem Fall ratsam, einen Anwalt zur Testamentserrichtung zu Rate zu ziehen. Er hat, anders als ein Notar, oftmals mehr Zeit für den individuellen Fall und den damit verbundenen nötigen Aufwand. Hinzu kommt die anwaltliche Erfahrung, mit der später anfechtbare Formulierungen schon beim Testament erstellen gar nicht erst zur Anwendung kommen.

Handschriftliches Testament

Dabei muss der Erblasser den gesamten Text per Hand schreiben und auch eigenhändig unterschreiben. Um ein handschriftliches Testament zu machen, reicht es nicht aus, den Text maschinenschriftlich abzufassen und mit Unterschrift zu versehen. Zusätzlich zur Handschriftlichkeit gibt es weitere Formmerkmale und Daten, die für ein Testament entscheidend sind. Denn nur so wird der letzte Wille auch im Erbfall anerkannt.

Diese Voraussetzungen sind unter anderem zu beachten, wenn Sie ein formsicheres eigenhändiges, privates Testament erstellen wollen:

  • Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr gilt eine Person als testierfähig und kann ein Testament errichten.
  • Für die Testierfähigkeit müssen Sie im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte sein.
  • Das Testament muss handschriftlich, eigenhändig und lesbar verfasst sein.
  • Vermerken Sie Ort und Datum auf dem Schriftstück.
  • Erben müssen konkret benannt werden. Achten Sie auf eindeutige Formulierungen!
  • Unterschreiben Sie das Testament eigenhändig.

Öffentliches Testament

Wenn Sie ein öffentliches Testament errichten, erklären Sie dem Notar Ihren letzten Willen, der anschließend das Testament erstellt. Dies kann mündlich, aber auch in Zeichen- oder Gebärdensprache geschehen. Im Vergleich zum handschriftlichen Testament ist eine maschinenschriftliche Abfassung durch den Notar zulässig. Ebenso besteht die Möglichkeit, dem Notar das bereits abgefasste Testament als Schriftstück mit der Erklärung, dass das Dokument Ihren letzten Willen enthält, zu übergeben und es auf seine Rechtssicherheit hin prüfen zu lassen.

Gemeinschaftliches / Berliner Testament

Um die Erbansprüche der Kinder zurückzusetzen, entscheiden sich viele Ehepartner außerdem dafür, ein sogenanntes Berliner Testament zu machen. Wird ein solches Berliner Testament oder gemeinschaftliches Testament erstellt, handelt es sich um eine Sonderform, bei der der überlebende Ehegatte zunächst als Alleinerbe für den Nachlass eingesetzt wird. Die Kinder bekommen ihren Erbteil erst nach dessen Tode. Im Falle einer Scheidung verliert das gemeinschaftliche Testament seine Gültigkeit, sofern nicht davon auszugehen ist, dass beide Ehepartner das Testament über das gemeinsame Erbe auch nach der Trennung aufrechterhalten wollen.

Das Berliner Testament ist unter Ehegatten äußerst beliebt. Ehegatten, die den Wunsch haben ein Berliner Testament zu errichten, sollten allerdings auch bedenken, dass ein Berliner Testament durchaus Nachteile hat und nicht in jedem Fall dem Willen der Erblasser entspricht. Das Berliner Testament zu erstellen kann erbschaftssteuerlich ungünstig sein und nicht immer entspricht die Bindung des überlebenden Ehegatten an den anfänglichen Erblasserwillen dem, was letztlich wirklich gewollt ist.

Anfechtung eines Testaments vorbeugen

Die Gründe für die Testamentsanfechtung oder sogar die Anfechtung einer Testamentsvollstreckung sind vielfältig. Beispielsweise fechten nach dem Tode des Erblassers immer wieder gesetzliche Erben ein Testament an, weil sie sich durch eine Enterbung zurückgesetzt fühlen. Denn im Enterbungsfall steht ihnen, wenn überhaupt, nur noch der gesetzliche Pflichtteil zu. Ein Testament ohne Formfehler ist jedoch der beste Weg, dass das Schriftstück nicht beanstandet werden kann.

Neben Formfehlern beim Testament erstellen ist Sittenwidrigkeit ein Grund für die Unwirksamkeit eines Testaments. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Ehegatte enterbt und stattdessen die Geliebte zum Erben eingesetzt wurde. Unter bestimmten, einzelfallspezifischen Voraussetzungen kann dieses sogenannte Geliebtentestament sittenwidrig und damit unwirksam sein. Ist ein Testament unwirksam, tritt meist die gesetzliche Erbreihenfolge ein, die der Erblasser durch die Testamentserstellung eventuell von vornherein verhindern wollte. Um Ihr Testament in eine juristisch einwandfreie Form zu bringen und Unwirksamkeit oder Sittenwidrigkeit auszuschließen, ist die Beratung durch einen Experten unerlässlich. So ist gewährleistet, dass mit Ihrem Nachlass in Ihrem Sinne verfahren wird.

Ein Erblasser sollte sich, wenn er vor sehr langer Zeit bereits ein Testament erstellt hat, auch immer noch einmal überlegen, ob und in wieweit dieses alte Testament noch seinem aktuellen Willen entspricht:

  • Hat er neu geheiratet und ist sein neuer Lebenspartner überhaupt in dem alten Testament berücksichtigt?
  • Wurde nach der Errichtung des Testaments ein weiteres Kind geboren?
  • Haben sich die Werte der im Testament den verschiedenen Erben zugedachten Nachlasswerte vielleicht völlig unterschiedlich entwickelt (Immobilien) und ist die Aufteilung der Nachlassgegenstände auf die einzelnen Erben überhaupt noch sachgerecht?
  • Soll verhindert werden, dass Vermögenswerte in die Familie des Ehepartners wandern, weil Streit o.Ä. in der Familie entstanden ist?

Diese und viele weitere Fragen beeinflussen das Testament nach dem Erstellen weiterhin und können maßgeblich für den gewünschten Ausgang des Erbverfahrens sein.

Testament nach dem Erstellen sicher aufbewahren – Ihr Anwalt hilft

Ihr Anwalt im Erbrecht Jürgen Pillig erstellt mit Ihnen das speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Testament, welches Sie nur noch handschriftlich ab- und unterschreiben müssen. Durch die juristische Beratung wird garantiert, dass alle gesetzlichen Bestimmungen beim Testament erstellen eingehalten werden. Dies erschwert eine spätere Anfechtung des Testaments durch vermeintliche Erben wie Angehörige erheblich. Kontaktieren Sie die Kanzlei Pillig für Ihren Beratungstermin, Testament-Muster und Vorlagen, die im Internet weit verbreitet sind, gewähren keine Rechtssicherheit!

Sie haben außerdem die Möglichkeit, das eigenhändige Testament über Ihren Anwalt in einfache amtliche Verwahrung beim Amtsgericht zu geben. Damit gehen Sie sicher, dass das wichtige Dokument nicht in falsche Hände gerät oder verschwindet und Ihre Erben das Nachsehen haben. Zudem ist es besonders für Erblasser, die öfter umziehen oder umgezogen sind, ratsam, den letzten Willen nach dem Testament erstellen auch beim Zentralen Testamentsregister eintragen zu lassen. Dieses Register wird in jedem Sterbefall auf vorhandene Testamente und andere erbfolgerelevante Urkunden geprüft und informiert das zuständige Nachlassgericht. So wird der letzte Wille des Erblassers gesichert und das Nachlassverfahren schneller abgehandelt.

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